Hört, hört!


Hört, hört! Geschichten, Klänge und Wissen aus Burkina Faso
01.07.2026 – 31.01.2027 | Sonderausstellungsfläche Forum Wissen
Eine Kooperation mit dem Goethe Institut Burkina Faso


„Wenn ein alter Mensch stirbt, verbrennt eine ganze Bibliothek.“ Dieses Zitat wird dem westafrikanischen Gelehrten Amadou Hampâté Bâ zugeschrieben und verweist auf die große Bedeutung der mündlichen Weitergabe von Wissen in vielen afrikanischen Gesellschaften. Dabei spielen Erzählungen, Klänge und Sprache eine zentrale Rolle. Auch in Burkina Faso werden auf diese Weise seit Jahrhunderten Wissen, Werte und Erfahrungen von einer Generation an die nächste weitergegeben.

Die Ausstellung „Hört, hört!“ ist ein Klangerlebnis, das Augen öffnet. Kopfhörer auf und los geht‘s: Dank eines innovativen Soundsystems erfährst du (oder erfahren Besuchende?) diese lebendigen Wissensformen unmittelbar: Stimmen, Klänge und Videos aus Burkina Faso verweben sich zu vielschichtigen Soundscapes. Du wirst Teil einer nächtlichen Erzählrunde, hörst, wie ein Instrument wie das Balafon zu sprechen beginnt und kannst versuchen, knifflige Sprachspiele zu verstehen. Kurzum: du erlebst in sieben verschiedenen Themenräumen, wie sich ganz unterschiedliche Formen mündlicher Wissensweitergabe entfalten und lernst eine komplexe Wissenswelt kennen, deren Vielfalt, Tiefe und systematische Struktur in der sinnlichen Wahrnehmung nachvollziehbar wird.

An vielen Stationen kannst du auch selbst aktiv werden: Versuche ein Balafon zum Sprechen zu bringen, entwickle eine verschlüsselte Sprache, spinne deine eigene Geschichte weiter oder löse mit anderen Besuchenden gemeinsam das Rätsel beliebter Sprichwörter unter einem großen Baobab-Baum. Neben westafrikanischen Musikinstrumenten wie Balafon, Bendré und Bolon werden multifunktionale Alltagsgegenstände wie die Kalebasse präsentiert, auch der Baobab-Baum, sozialer Treffpunkt in vielen burkinischen Dörfern, spielt eine Rolle.

Die Ausstellung zeigt: Die in Burkina Faso erzählten Geschichten verhandeln Themen, die Menschen überall auf der Welt bewegen. Es geht um Lebensweisheiten, Zusammenhalt, Verantwortung und Konflikte. Zugleich wird deutlich, dass orale Traditionen keine Relikte der Vergangenheit sind, sondern eigenständige und gegenwärtige Formen des Wissens, die bewahrt, gepflegt und weitergegeben werden. Sie stehen heute jedoch durch politische Krisen und Globalisierung zunehmend unter Druck.

Zusammenarbeit

Die Ausstellung wurde von der Hamburger Kommunikationsdesignerin Mawuto Dotou gestaltet. Sie setzt die Sounds und Videos aus Burkina Faso in einen spannungsreichen Dialog mit historisch gewachsenen und bis heute lebendigen Exponaten.

Entstanden ist die Ausstellung aus dem Projekt „ECHO – Espaces pour les cultures orales“ in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Burkina Faso und verschiedenen Partnern vor Ort. Für Göttingen wurde sie vom Forum Wissen gemeinsam mit einem Beirat aus der westafrikanischen Community weiterentwickelt und durch eine Audiospur ergänzt, die dich bei deinem Besuch begleitet. Die Mitglieder des Beirats brachten ihre jeweilige Expertise in den Bereichen Sprache, Musik, Soziologie, Film, Kunst und Kultur ein.

Rahmenprogramm

[Ausstellungseröffnung 1. Juli 2026]
Vestibül Forum Wissen

Dr. Sandra Potsch, Leiterin des Wissensmuseums im Forum Wissen und der Zentralen Kustodie und Tatjana Dübbel, Kuratorin der Ausstellung, sprechen über die Entstehung der Ausstellung im Forum Wissen. Anschließend besteht die Möglichkeit die Ausstellung anzusehen. Anschließend gibt es Getränke und Snacks in unserem Museumscafé Liesels X Forum.


[Öffentliche Führungen]
Infos dazu finden Sie in unserem Veranstaltungskalender!

→ Hier informieren wir Sie rechtzeitig zu allen Veranstaltungen. Es werden laufend Termine ergänzt.


Besuch

Öffnungszeiten
Dienstag – Sonntag
10:00 — 18:00 Uhr

Planen Sie Ihren Besuch im Forum Wissen, unser Team berät Sie gerne!

Danke!

Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut. Wir sind zudem dankbar über die Medienpartnerschaft mit NDR Kultur. Für die Förderung der Ausstellung danken wir der Stiftung Niedersachsen, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).