Human Remains in deutschen Sammlungen | Virtuelle Ausstellung

Ab 25. März 2024


Wie wollen wir heute mit Human Remains aus ehemaligen Kolonien in deutschen Sammlungen umgehen? Die digitale englischsprachige Ausstellung „Unpacking Colonialism“ gibt erste Antworten aus der Perspektive von fünf Gastwissenschaftler*innen aus Herkunftsgesellschaften der Gebeine, die in Göttingen vor Ort geforscht haben.

Wie in vielen Universitätssammlungen finden sich auch in Göttingen Human Remains aus ehemaligen deutschen und anderen europäischen Kolonien. Die meisten von ihnen wurden gegen den Willen der einheimischen Bevölkerung entwendet – durch Wissenschaftler, Reisende, Kolonialbeamte oder Händler. Raub und Grabplünderungen waren damals keine Seltenheit. In zwei Göttinger Universitätssammlungen befindet sich eine große Anzahl von Human Remains aus verschiedenen Ländern, auch aus Afrika und Ozeanien.

Welche Fragen und Forderungen haben die Gastwissenschaftler*innen, wie damit umgegangen werden soll? Mit jedem Karton, den sie öffnen, wird nicht nur der Blick freigegeben auf die darin aufbewahrten Human Remains. Sondern auf den europäischen Kolonialismus und seine Kontinuitäten – ein Kapitel, dem aus deutscher Sicht lange Zeit keine Beachtung geschenkt wurde.

Im Mittelpunkt der Online-Ausstellung, die das Projekt Sensible Provenienzen beleuchtet, stehen mehrere Kurzfilme der Kulturanthropologin und Filmemacherin Sofia Leikam, die versuchen, ein vielschichtiges Bild dieses sensiblen Themas zu entwickeln. In drei Kapiteln – Introducing, Doing Research, Giving Context – porträtiert jeder dieser Filme die Gastwissenschaftler*innen und ihre unterschiedlichen Ansätze, von der Archivarbeit über die Arbeit in den Sammlungen bis hin zu künstlerischen Formen.

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